Objekte am Yachthafen Burgtiefe auf Fehmarn

Der Aussichtsturm ist bis zur obersten Ebene konsequent barrierefrei. Erreicht wird dies durch eine mehrfach in sich gewundene Rampenanlage, deren Erschließung zum Erlebnis für alle Besucher wird. Die notwendigen Begegnungszonen für Rollstuhlfahrer werden gleichzeitig zu Aussichtspunkten, die umlaufend verteilt sind und so schon beim Aufstieg eine sich langsam steigernde Verknüpfung zu Meer und Sehenswürdigkeiten herstellen. Auf der obersten Aussichtsebene geht die Rampenanlage fließend in eine erhöhte Sitzplattform über. Diese bietet nicht nur eine grandiose 360°-Aussicht, sondern verfügt auch über eine großzügige Aufenthaltsqualität, die zum Verweilen einlädt. Plexiglas-scheiben schützen diesen Sitzbereich vor Windeinwirkung und sind gleichzeitig wirtschaftlich erstell- und ersetzbar. Die Tragkonstruktion wird durch ein vorgefertigtes Holzständerwerk und Stahlbetonfertigteile gebildet. Die Holzelemente sind zur klaren Charakterbildung des Turmes einheitlich in einem himmelblauen Farbton gestrichen. Da auch die Gebäude, Objekte sowie die Seebrücke in dieser Farbe angelegt werden, entstehen klare Orientierungspunkte im Landschaftsbild, die im Zusammenhang identitäts-fördernd für die Region Burgtiefe wirken.

Die vorgeschlagene Seebrücke Fehmarn versteht sich als multifunktionale Insel auf der Insel. Die unterschiedlichen Nutzungszonen sind räumlich klar gegliedert und in einem freien Besucherfluss entdecktbar. Am Übergang zur Promenade weitet sich die Brücke zunächst einladend auf, um dann auf fünf Metern Breite die Dünenlandschaft behutsam zu durchqueren. Erst über der Wasserfläche entfaltet sie sich langsam von der Spielebucht über die Sportzone mit Sprungplattform und Erholungsbereichen bis zum am Ende gelegenen Café mit 360°-Panoramaaussicht. Über dem Café liegt die höchste Ebene, das Sonnendeck, das eine unverstellte Aussicht bietet und von Sonnenaufgang bis -untergang zum Anziehungspunkt für die Besucher wird. Unterhalb des Cafés befindet sich der Schiffsanleger. Die „Ausbuchtungen und Arme“ der Brücke erfüllen mehrere Funktionen: Sowohl auf der Ost-, als auch auf der Westseite knüpft die Brücke an die raumbildenden Elemente an (Gesteins-Wellenbrecher, Inselgeometrie) und deutet in sanften Schwüngen ein behutsames Einfassen der Strandabschnitte an. Die Brücke wird so als harmonisch eingefügter Teil des Landschaftsbildes empfunden, nicht als Trennlinie. Eine weitere wichtige Funktion ist die Formulierung unterschiedlicher Blickbeziehungen. Die Sitzlandschaft im Spielbereich bietet eine optimale Aussicht auf den Sonnenaufgang, sowie auf den Strand. Die Entspannungsbereiche nahe der Sprungplattform haben eine ideale Ausrichtung auf den Sonnenuntergang. Die Brücke liegt mittig des B-Plan-Areals 54a, genau zwischen Feriensiedlung und Wellenbad und damit in der Mitte des Erhaltungsgebietes. BP 54a bietet zur Zeit einen geringen Nutzwert für die Region - der beste Standort für die neue Seebrücke, um geeignete Impulse zu setzen.

Die Wetterschutzhütten werden als leichte Holzkonstruktionen ausgeführt und unterscheiden sich je nach Lage in der Position des Zuganges. Die Hütten am Hafen werden durch eine auf der Rückseite gelegene Öffnung erschlossen. Bei den an einen Parkplatz grenzenden Hütten erfolgt der Zutritt auf der Wasserseite. Die himmelblaue Außenhaut der Hütten verstärkt den Wiedererkennungswert und unterstützt so die Orientierung der Besucher.

 

Das bogenförmige errichtete Fahrradparkhaus-Dach verknüpft mit seiner extensiven Dachbegrünung die beiden benachbarten Pflanzbereiche und verschmilzt so mit der Landschaft. Alle Trennwände der Fahrradboxen und die Eingangsfassaden auf Nord- und Südseite werden in Holzskelettbauweise errichtet. Auf zusätzliche Fenster kann so verzichtet werden und die luftige Durchlässigkeit der „hölzernen Röhre“ macht den Besuch zum Erlebnis. 

Es wird vorgeschlagen, die Veranstaltungshütten in gestalterischem Einklang mit den Wetterschutzhütten zu bringen und diese über ein durchgehendes Holzdeck zu einer zusammenhängenden Bühne werden zu lassen. Der barrierefreie Zugang wird so sichergestellt und es bleibt eine große Flexibilität für die Nutzungsmöglichkeiten.

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