Neubau von fünf Wohngebäuden in Hamburg-Schnelsen

Das geplante Wohnhaus bietet fünf Familien ein angenehmes Wohnumfeld auf einer kompakten Grundfläche. Ziel des Projektes ist, innerhalb eines sinnvollen wirtschaftlichen Rahmens, mit ökologisch vertretbaren Baustoffen und der Erzeugung regenerativer Energie, Antworten auf die Frage zu liefern, wie wir heute angemessen bauen können. Jede Verdichtung des natürlich gewachsenen Bodens stellt einen Nachteil für unsere Umwelt dar, auf der anderen Seite muss für immer mehr Menschen Wohnraum in den Metropolen geschaffen werden.

 

Der erste ökologisch motivierte Entwurfsansatz ist es, möglichst vielen Menschen hochwertigen Wohnraum auf der zur Verfügung stehenden Grundfläche zu bieten, um den gewachsenen Boden effizient einzusetzen. Möglich wird dies durch die konsequente Nutzung des Untergeschosses zu Wohnzwecken. Das Untergeschoss liegt mit den zulässigen 1,4 Metern über der Geländeoberfläche in einer Höhe, die eine natürliche Belichtung der Räume ermöglicht. 

Die Gebäude sind mit einer lichten Breite von 4,2 Metern und einer Außenlänge von 10 Metern kompakt. Damit ein Gefühl der Enge vermieden wird, verfügen sie über eine ansprechende Höhenentwicklung: Die Eingangsebene liegt auf Höhe des Geländes und damit als Split-Level zwischen EG und UG. Trotz der kompakten Grundfläche vermittelt der Innenraum schon im Eingang ein Gefühl von Weite, gleichermaßen öffnen sich Blickachsen über die beiden angrenzenden Wohnebenen.

Ein weiteres Mittel ist in diesem Zusammenhang die lichte Höhe von 3 Metern im Erdgeschoss. Die Wohnräume vermitteln ein Gefühl der Großzügigkeit. Im Dachgeschoss befinden sich an den beiden Giebelseiten jeweils ein Kinderzimmer, verbunden mit dem zentralen Erschließungsflur und einem gemeinsamen Badezimmer. Die Kinderzimmer sind zu den Spitzboden-Lagerflächen offen, die sichtbare Holzkonstruktion der Pultdächer macht den Werkstoff und die Höhenentwicklung für die Bewohner erlebbar. 

Die Badezimmer und Flure sind innenliegend und dennoch über Oberlichter natürlich belichtet. Die Bäder sind kompakt, bieten aber mit mehr als drei Metern lichter Höhe und mit einem Ausblick in Richtung Himmel ein besonderes Raumerlebnis.

 

 

Die Wohngebäude übertreffen die Anforderungen an den KFW 40 plus Standard. Oberhalb der betonierten Ebene des Untergeschosses wird das Bauwerk in Holzrahmenbauweise errichtet und verfügt über leistungsfähige Dämmstärken aus Holzfaserdämmstoffen. Eine zentrale Wärmepumpe versorgt alle fünf Einheiten mit Wärmeenergie, es werden keine fossilen Brennstoffe eingesetzt. Die Pultdachflächen sind zueinander versetzt angeordnet und nach Süden ausgerichtet. Dies ermöglicht den besonders effektiven Einsatz einer großflächigen Photovoltaikanlage, die erzeugte Energie wird zentral gespeichert und vollständig den Gebäuden zugeführt.

 

In den Metropolregionen sind das Wohnen und die Organisation des Individualverkehrs in einen schlüssigen Zusammenhang zu bringen. Lösungen für die Anforderungen an zukünftige Stadtentwicklungen existieren momentan nur als theoretischer Ansatz, um zumindest einen Impuls in die richtige Richtung zu geben und den Bewohnern die Möglichkeit zu geben einen lokal emissionsfreien PKW zu betreiben, verfügt jeder der fünf Stellplätze über eine hierzu notwendige Ladestation. 

 

Im Bau, Fertigstellung Spätsommer 2023.

 

 

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© Architekturbüro Milan Schmitt